Wichtigste Fragen und Antworten

Was umfasst das Projekt Kiesgrube Beichfeld?

Das Projekt Beichfeld ist die Erweiterung der Kiesgrube Mättehölzli und umfasst neben dem Kiesabbau die Entsorgung von Aushubmaterial sowie die Verwertung von Bodenmaterial – eine klassische Win-Win-Situation (siehe Video). Der Kanton Bern gab nach der Vorprüfung grünes Licht für die Planung Beichfeld. Die Auflage hat im Sommer 2019 stattgefunden; die Abstimmung über die Überbauungsordnung an der Gemeindeversammlung Walperswil ist Ende 2019 vorgesehen.

 

Was wird im Beichfeld deponiert?

Neben dem Kiesabbau ist im Beichfeld auch die Entsorgung von regional anfallendem, unverschmutztem Aushub geplant. Dieser kann noch bis ungefähr 2024 in der heutigen Kiesgrube Mättehölzli abgelagert Kiesgrube als auch in der angrenzenden A-Deponie wird ausschliesslich sauberer Aushub abgelagert.

 

Was ist das Ziel des Bodenumschlagplatzes?

Auf grosse Zustimmung bei den Bauern stösst der dritte Teil des Vorhabens im Beichfeld, das Pionierprojekt eines regionalen Bodenumschlagplatzes (BUP). Dieser wird der Bodenverbesserung des Kulturlands dienen. In der Umgebung von Walperswil besteht eine grosse Nachfrage nach Bodenmaterial für die Aufwertung von degeneriertem Landwirt-schaftsland. Möglich wird dieser Boden-umschlagplatz dank Synergien mit der Kiesgrube Beichfeld. Kosten für Planung, Maschinen und Personal können so geteilt werden. Überschüssiger Boden aus Bautätigkeiten wird auf dem BUP entgegengenommen und dort geprüft, klassiert, triagiert und bis zur Weiterverwertung zwischengelagert.

Vom Bodenumschlagplatz wird das Bodenmaterial später unter optimalen Bedingungen im angrenzenden Landwirtschaftsland aufgebracht. So kann Aushubmaterial regional zwischengelagert und wiederverwertet werden, was viele Lastwagenfahrten spart – und gleichzeitig den Landwirtschaftsboden in der Region aufwertet. Damit bleibt auch die Grundlage für die regionale Lebensmittelproduktion erhalten. 

 

Wie wird die Kiesgrube Beichfeld erschlossen?

Vor der Inbetriebnahme der Kiesgrube Beichfeld wird im Bereich Burghubel von der Kantonsstrasse her eine neue Zufahrtsstrasse gebaut. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der Kies im Mättehölzli fertig abgebaut sein. Die Restauffüllung der Kiesgrube Mättehölzli wird zwar noch rund drei bis vier Jahre dauern, aber der entsprechende Verkehr führt bereits ab Inbetriebnahme der Kiesgrube Beichfeld über die neue Zufahrtsstrasse.

Die neue Einfahrt beim Burghubel ist zweispurig; Lastwagen können so kreuzen und müssen nicht auf der Kantonsstrasse warten. Zudem wurde die Tempo-50-Tafel um rund 30 m dorfauswärts ver-setzt. Die neue Einfahrt wurde vom Kanton (Oberingenieurkreis III) vorgeprüft und erfüllt alle recht-lichen und sicherheitstechnischen Anforderungen. Der Kanton hat die Genehmigung in Aussicht gestellt.

 

Was wird zum Schutz von Umwelt und Natur unternommen?Selbstverständlich wird auch beim Kiesabbauvorhaben Beichfeld grösstmögliche Rücksicht auf die Natur genommen. Das Ökologiekonzept stützt sich auf den Ist-Zustand im Gebiet und in der Umgebung und verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:
a) Sichern und Verbessern der Vernetzung im Gebiet und Bereich der Grube
b) Verbesserung des Lebensraumangebots für bestimmte Amphibien und Reptilien

 

In der Betriebsphase der Kiesgrube sind unter anderem Hecken als ökologischer Ersatz sowie die naturnahe Gestaltung von rund 15% der Betriebsfläche als ökologischer Ausgleich vorgesehen.

 

Hat das Vorhaben Auswirkungen auf den Verkehr in Walperswil?

Der Betrieb von Kiesgrube, Deponie und BUP im Beichfeld wird einen Transportverkehr von 34 Lastwagen pro Tag (DTV) verursachen. Im Mittel über die 240 Betriebstage pro Jahr ist der Verkehr des Vorhabens mit ungefähr 52 Lastwagenfahrten (26 hin, 26 zurück) pro Tag entsprechend grösser. Der vom BUP verursachte Betrieb beträgt davon 24 Lastwagenfahrten oder 46% des Verkehrsaufkommens und ist somit fast gleich gross wie jener von Kiesgrube und Deponie zusammen (28 Lastwagen, 54%). Der künftige Betrieb der Kiesgrube Beichfeld (ohne BUP) wird sich in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie der heutige Betrieb der Kiesgrube Mättehölzli.

 

Auf der Kantonsstrasse wird sich der Verkehr verteilen. Gemäss Schätzungen werden 70% der Lastwagen den Abschnitt von und nach Täuffelen benutzen und 30% das Dorf Walperswil durchqueren. Der gesamte Lastwagenverkehr durch das Dorfzentrum Walperswil wird damit um 3.5% zunehmen.

 

 

Wie profitiert Walperswil als Standortgemeinde vom Kiesabbau?

 

Die Einwohnergemeinde Walperswil schöpft den Planungsmehrwert ab und besteuert den Ertrag aus dem Kiesabbau und der Deponie. Aus dem Betrieb der Kiesgrube (Abbau und Auffüllung) rechnet die Einwohnergemeinde Walperswil bei einem Betrag von 1.85 Franken pro Kubikmeter mit einer Mehrwertabschöpfung von rund 0,9 Millionen Franken. Hinzu kommen etwa 0,6 Millionen Franken aus dem Deponiebetrieb mit sauberem Aushubmaterial und Überfüllung bei einem Betrag von einem Franken pro Kubikmeter (50 % von Grundeigentümern / 50 % von Firma Hurni). Insgesamt wird mit rund 1,5 Millionen Franken Ertrag über 30 Jahre für die Einwohnergemeinde Walperswil gerechnet. Die genaue Summe hängt von den tatsächlichen Mengen ab. Abgerechnet wird jährlich. Grundei-gentümerinnen im Abbaugebiet sind die Burgergemeinde Walperswil und mehrere Private. Deren Ertrag aus dem Kiesabbau wird versteuert und kommt auch der Einwohnergemeinde zugute.